Von 42.5 auf 40 Stunden pro Woche – aber warum?

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Das Jahr 2018 hat für unsere Mitarbeitende mit einem neuen Personalreglement gestartet in welchem wir viele neue Dinge eingeführt haben – natürlich nur zu ihren Gunsten. Unter anderem haben wir von der 42.5 Stunden Woche auf die 40 Stunden Woche umgestellt. Aber warum? Und wie konnten wir die „fehlenden“ 2.5 Arbeitsstunden pro Woche und somit fast 900 fehlenden Arbeitsstunden pro Monat über die ganze Firma betrachtet bei der Geschäftsleitung durchbringen?

Eine Frage des Mindsets

Es war natürlich allen bewusst, dass wenn man die Thematik auf einer reinen Zahlen Basis betrachtet, die Rechnung nicht aufgeht. Denn mit dieser Änderung arbeiten jetzt eigentlich alle Mitarbeitende nur noch 94% zum gleichen Lohn wie vorher. Nicht schlecht würde ich mal sagen. So, nun ist es aber, wenn es um Menschen geht, nicht immer eine einfache Rechnung und schon gar nicht, wenn es um die Leistungsfähigkeit von Menschen geht. Klar, eine Maschine kann man 2.5 Stunden pro Woche länger laufen lassen und sie ist dementsprechend 2.5 Stunden produktiver in der Woche was wiederum bedeutet, dass man 2.5 Stunden mehr dem Kunden verrechnen kann und entsprechend mehr Umsatz in die Kasse spült. Aber so funktioniert kein Mensch auf dieser Welt, kein Mensch ist genau um diesen Faktor produktiver, nur weil er länger im Büro sitzen muss. Und genau das ist der Grundsatz, weshalb wir uns über die 40 Stunden Woche unterhalten haben. Wir haben uns gefragt, was ein Mensch denn braucht um produktiv und leistungsfähig zu sein, um kreativ zu sein, neue Ideen und Produkte zu entwickeln, sich engagiert für’s Unternehmen einsetzt und im Sinne des Unternehmens und der Gemeinschaft denkt und handelt. Diese Fragen waren der erste Schritt im Mindset-Change. Wieso? Weil wir uns überhaupt angefangen haben, diese Fragen zu stellen.

Unser Statement, unser Ziel

Wir wollten mit der Einführung der 40 Stunden Wochen ein Statement setzen. Uns ist es enorm wichtig, dass die Menschen, die täglich für uns arbeiten, mental wie auch körperlich gesund sind. Dafür braucht es einen guten Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit. Uns ist es wichtig, dass sich jeder bei uns wohl fühlt und somit leistungsfähig ist. Denn wie eigentlich jeder weiss, auf einer rationalen Ebene: Gesunde und engagierte Mitarbeitende machen glückliche Kunden und glückliche Kunden generieren mehr Umsatz und so weiter und so fort. Nur, diesen Grundsatz auch wirklich vollumfänglich zu fühlen und zu leben, eben der Mindset halt, braucht dann doch so einiges an (HR)Arbeit.

Wir sind uns bewusst, dass „nur“ mit der Einführung der 40 Stunden Woche keine neue Arbeitswelt geschaffen wird und die Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeitenden nicht „erreicht“ ist, aber es ist ein erster Schritt auf einem langen Weg in Richtung von unserer Vision – die Welt von morgen schon heute beginnen.